PERMAKULTUR

lebenswerte Zukunft nachhaltig gestalten

Im Mai 2021 konnten wir die Sanierung unserer Mühle, die in Eigenleistung 9 Jahre dauerte, abschließen. Unser Mühlengelände ist für uns ein sehr kraftvoller Ort geworden und wir sind zutiefst dankbar dafür, dass wir hier leben dürfen. In diesen Jahren haben wir unseren Lebensstil gefunden – einfach, natürlich und nachhaltig zu leben. Auf diesem Weg fanden wir zur Permakultur (PK). ...weiterlesen

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PERMAGARTEN

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GEWÄCHSHAUS

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KOMPOST

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SAATGUT & ANZUCHT

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OBSTGARTEN

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BIO-DÜNGUNG

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ESSBARER BACHLAUF

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SELBSTVERSORGUNG

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ERTRÄGE

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WANDEL

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OBSTKISTE

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BEZIEHUNGSGARTEN

Euros

THE BIG FIVE

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GEMÜSEINSEL

MÜHLENFASSADE 

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ZUSÄTZLICHE ERTRÄGE

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SOZIALER WOHNUNGSBAU

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HEILPFLANZEN

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PFLANZENKOHLE

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AUTARKIE

 

PERMAKULTUR

lebenswerte Zukunft nachhaltig gestalten

Im Mai 2021 konnten wir die Sanierung unserer Mühle, die in Eigenleistung 9 Jahre dauerte, abschließen. Unser Mühlengelände ist für uns ein sehr kraftvoller Ort geworden und wir sind zutiefst dankbar dafür, dass wir hier leben dürfen. In diesen Jahren haben wir unseren Lebensstil gefunden – einfach, natürlich und nachhaltig zu leben. Auf diesem Weg fanden wir zur Permakultur (PK). 

Permakultur

Permakultur ist abgeleitet von „permanent (agri)culture“ „dauerhafte Landwirtschaft“ oder „dauerhafte Kultivierung“ und ist ursprünglich ein nachhaltiges Konzept für Landwirtschaft und Gartenbau, das darauf basiert, natürliche Ökosysteme und Kreisläufe in der Natur genau zu beobachten und nachzuahmen. Das Konzept entwarf in den 1970er Jahren der Australier Bill Mollison zusammen mit seinem Schüler David Holmgren. Die PK entwickelte sich immer weiter. Sie ist ein praxisnahes Gestaltungsprinzip und Systemdenken, welches in vielen gesellschaftlichen und sozialen Bereichen zur Anwendung kommt, mit dem Ziel eine nachhaltige Kultur und Lebensweise zu gestalten.(Definition wikipedia)

Ethische Grundlagen

Die 3 ethischen Grundlagen der PK – 1. Sorge für die Erde, 2. Sorge für die Menschen, 3. reduziere Konsum und teile Überschüsse entsprechen unseren christlichen und franziskanisch geprägten Lebensgrundsätzen. Mit den 12 Gestaltungsprinzipien der PK haben wir ein Werkzeug gefunden, unsere Lebensgrundsätze konkret umzusetzen und mit Struktur weiter zu entwickeln. 

Unsere Schwerpunkte:

  • Selbstversorgung und autarker werden 

  • Gemeinschaft an der Mühle entwickeln

  • Ressourcen dieses Ortes im Einklang mit der Natur nutzen

  • Biodiversität fördern

  • Kreislaufdenken entwickeln

  • Müll, Wasser und Energieverbrauch senken

  • Konsum und Kosten reduzieren 

  • aktiv etwas gegen den Klimawandel tun

 

Wir sind dabei kreativ, offen für Neues und Altbewährtes und die körperliche Arbeit hält uns fit.

Es ist für uns wesentlich, uns und unsere Umwelt gesund zu erhalten, indem wir uns immer mehr selbst versorgen mit den besten Pflanzen, welche die wertvollsten Inhaltsstoffe enthalten. Die Basis dafür ist lebendiger Boden, den wir seit einigen Jahren aufgebaut haben. So werden unsere Lebensmittel unsere Heilmittel.

Wir stellen hier unsere 20 Projekte vor und erläutern, wie wir die PK an der Neuen Mühle konkret umgesetzt haben. Die sozialen, baulichen und gärtnerischen Projekte geben einen Einblick in die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der PK.

Dabei wird im Einzelnen beschrieben, welche der 12 Permakulturgestaltungsprinzipien (im folgenden PKGP) für das jeweilige Projekt angewendet wurden.

 

Die 12 PK - Gestaltungsprinzipien (PKGP)

 

aus Permakultur, David Holmgren, 2. Auflage 2018, Drachenverlag, weitere Infos unter www.permakultur.de

 

  1. Beobachte und Interagiere (PKGP1) 

  2. Fange Energie ein und bewahre sie

  3. Erziele eine Ernte

  4. Lass die Natur regulieren und lerne aus Feedback

  5. Nutze und schätze erneuerbare Ressourcen und Leistungen

  6. Erzeuge keinen Abfall

  7. Gestalte erst das Muster, dann die Details

  8. Integriere eher, als du trennst

  9. Nutze kleine und langsame Lösungen

  10. Nutze und schätze Vielfalt

  11. Nutze Randzonen und schätze das Marginale

  12. Nutze Veränderung und reagiere kreativ darauf

Die Design-Thinking-Richtlinen (Erklärung s.u.) sind ebenfalls in die Projektdesigns eingeflossen, werden aber nicht explizit erwähnt. 

Holmgren beschreibt in dem PKGP1 die 10 Design-Thinking-Richtlinien, welche als Maxime konkrete Richtlinien für das Gestalten geben.  (Inhalt aus D. Holmgren, Permakultur)

  • Alles wirkt in 2 Richtungen

  • Alle Beobachtungen sind relativ

  • Von oben denken von unten lenken

  • Die Landschaft ist das Lehrbuch

  • Fehler sind nützlich, wenn wir daraus lernen

  • Lösungen sind einfach, manchmal sogar unsichtbar

  • Beschränke Eingriffe auf ein Minimum

  • Vermeide zu viel des Guten

  • Das Problem ist die Lösung

  • Erkenne und meide gestalterische Sackgassen

SADIM-Prozess

 

Unsere vorgestellten Projekte basieren auf einem einfachen, aber wissenschaftlich fundierten Entwicklungs- und Umsetzungsprozess, dem SADIM-Prozess. 

PK bedeutet vor allem beobachten, aneignen von Wissen und planen, gefolgt von, ausprobieren, anpassen, verwerfen und neu denken.

SADIM ist ein 5-stufiger Entwicklungs- und Umsetzungsprozess:

S – Survey, verschaffe dir einen Überblick, beobachte, mach dir klar was du eigentlich machen möchtest, recherchiere im Netz, hole Angebote ein … 

A – Analyse, bring alles zusammen an Wissen, Informationen von anderen, deinem Garten, Gelände...

D – Design, lege die Umsetzung fest – Wie, was, wann, wo …

I – Implementation, tu es! Setze es konkret um.

M – Maintenance, überprüfe dein Projekt, mach Erfahrungen, beobachte und ziehe Rückschlüsse für die weitere Gestaltung.

 

PERMAGARTEN 

Wertvolle Lebensmittel selbst erzeugen

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Mit der Umstellung auf Permakultur gingen alle Aktivitäten dahin LEBENDIGEN BODEN zu erhalten. Wir legen dabei 6 Prinzipien der Bodengesundheit zugrunde:

  1. permanente Bedeckung des Bodens mit Pflanzen oder Mulch

  2. Biodiversität fördern

  3. Durchwurzelung des Bodens mit lebenden Wurzeln

  4. hohe Photosyntheseleisung fördern, um das Edaphon des Bodens zu nähren

  5. Wasser im Boden halten

  6. mechanische Entlastung des Bodens

Nach nur eineinhalb Jahren entstand aus Lehmboden ein humoser, ertragreicher Boden. Der Anbau erfolgt auf 14 annähernd gleichgroßen Beeten (ca. 1,2 m x 5 m). Je 2 Beete sind mit ähnlichen Kulturen bepflanzt und rotieren innerhalb von 7 Jahren. Im Februar erstellen wir einen Jahrespflanzplan für jedes Beet, achten dabei auf Mischkulturen. Zusammen mit dem Gewächshaus ist eine Anbaufläche von 120 Quadratmetern entstanden. Von Februar bis August gibt es kontinuierlich neue Saat- und Pflanzzyklen, Ausfälle werden nachgesät. und alle Beete sind immer mit einer Kultur bewirtschaftet oder mit Mulch abgedeckt. Bei der Pflanzenauswahl legen wir Wert auf besonders gesunde Obst- und Gemüsesorten, die aufgrund ihrer Inhaltsstoffe das Immunsystem, das Gehirn und die Gefäße besonders gesund erhalten. Dazu zählen vor allem dunkelfarbige, alte und samenfeste Kulturen. 90 % der Gemüsepflanzen werden selbst angezogen.

Durch 4 Gemüsetunnel erweitern wir die Ertragszeit im Freiland und schützen die Kulturen.

PKGP 10 „Nutze und schätze Vielfalt“ ist die Gestaltungsgrundausrichtung, wodurch 55 Gemüse- und Obsterträge 2 Personen zu ca. 40% in 2021 ernähren. Mehr dazu im Projekt „Selbstversorgung“.  

GEWÄCHSHAUS 

Hochproduktiver Lebensraum

 
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Der Kern der gärtnerischen PK ist die Selbstversorgung. PKGP 2 „Fange Energie ein und bewahre sie“ & PKGP 3 „Erziele eine Ernte“ sind in diesem Projekt die 2 wesentlichen Gestaltungsprinzipien, um die Vegetationszeit im Jahr auszudehnen, früh Erträge zu erhalten und auch fast ganzjährig zu ernten. Deshalb bewirtschaften wir ein Glasgewächshaus. Insgesamt 48 selbst gezogene Tomaten-, Paprika-, Physalis-, Auberginen- und Chilipflanzen finden darin Platz. unsere größte Aufmerksamkeit widmen wir dem lebendigen Boden. Eine automatische Bewässerung, Beschattung, Mischkulturen, Bodenbedeckung… sorgen dafür, dass wir angemessene Erträge erzielen können und der Bewirtschaftungsaufwand sich gut in unseren Arbeitsalltag einfügt. 

Um das Gewächshaus herum entstand eine Überdachung für weitere 25 Tomaten- und Paprikapflanzen.

 

KOMPOST 

Lebendigkeit für den Garten

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Unsere Grundidee vom „lebendigen Boden“ bestimmt das ganzheitliche Vorgehen in unserem Garten. „Beobachte und interagiere“ (PKGP1), nutze Ressourcen (PKGP6 „Erzeuge keinen Abfall“) und Diversität (PKGP10 „Nutze und schätze Vielfalt“) sind hierbei konkret angewendete  Gestaltungsprinzipien.

Kompost ist Lebendigkeit für den Garten, angewandtes Kreislaufdenken (PKGP6) und wirtschaften im Einklang mit der Natur. Aus ca. 3 Kubikmetern Laub und weiteren Ressourcen aus dem Garten stellen wir wertvollen Kompost her. 2 Komposte „Harald“ (klassischer Mischkompost) und „Laubi“ (Laubkompost) an verschiedenen Standorten und nach unterschiedlichen Rezepturen angelegt, beleben unseren Gartenboden im Herbst. Unser Ziel ist es für eine ausgewogene Verrottung zu sorgen und ein Paradies für die Tierwelt zu schaffen. Dies bedeutet intensive Beobachtung und Einbindung des Wissens aus der biologischer Kompostierung mit dem Wissen aus pH-Wert, Terra Preta, Bokashi, dem Einsatz von Urgesteinsmehl, Bewässerung u.a. zu verbinden. Der Lohn ist sicher, denn bereits im Sommer bereichern zwei Lebensräume mit unzähligen Würmern, Spinnen, Asseln, … und Mäusen unseren Garten. Im Herbst werden wir ca. 3 Kubikmeter Kompost in den Kreislauf einbringen.

 

SAATGUT & ANZUCHT

Permakultur von Beginn an

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Saatgut ist Kulturgut. Darum verwenden wir samenfestes Saatgut. Für uns ist die Selbstversorgung der Kern der gärtnerischen PK. Das bedeutet die ganze Kette vom Saatkorn bis auf den Teller umzusetzen. Konsum zu reduzieren wird real, wenn sich die Einkäufe im Supermarkt reduzieren. Die eigene Anzucht bereitet viel Freude und ist kreatives Lernen. Beim  Säen und Anziehen entwickelt sich ein persönliches Verhältnis zur Nahrung, wenn  ab Februar die ersten Keime aufgehen, wir die Jungpflanzen pikieren und sie liebevoll aufziehen. Fast alle Gemüsepflanzen und einjährigen Blumen in unserem Garten haben wir selbst angezogen.  Wir schätzen die Vielfalt der Sorten und ziehen mindestens 2 Sorten in jeder Kultur und bis zu 13 Sorten bei den Tomaten an. Für unsere Freilandbeete haben wir einen monatlichen Saat- und Pflanzplan erstellt, um uns kontinuierlich mit frischem Gemüse zu versorgen und Überschüsse zu vermeiden. Das Beobachten und Variieren lässt uns die Sorten heraus finden, die uns am besten schmecken und am Standort gut gedeihen. Von den ertragreichsten Pflanzen gewinnen wir neues Saatgut. Eigene Jungpflanzen und eigenes Saatgut sind perfektes Tauschgut und ein Pool, um mit Gleichgesinnten in Kontakt zu kommen.

Bei diesem Projekt wurden  PKGP8 „Integriere mehr als du trennst“ und das PKGP10 „Nutze und schätze Vielfalt“ angewendet.

 

OBSTGARTEN

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Das Obst ist neben dem Gemüseanbau für uns das zweite Standbein der Selbstversorgung. 2012 pflanzten wir 10 Apfel- und 2 Birnenbäume, insgesamt 8 Sorten als Viertelstämme mit einem Verzehrzeitraum von September bis in den Mai.

Bis 2018 kamen weitere Apfelhalbstämme, Kirschen, Sauerkirschen, Mirabellen und 15 schwarze und rote Johannis-, 7 Aronia- und 3 Stachelbeersträucher hinzu. PKGP3 „Erziele eine Ernte“ und PKGP10 „Nutze und schätze Vielfalt“ sind die Hauptgestaltungsprinzipien bei diesem Projekt. Seit der Umstellung des Gartens auf PK werden die Sträucher und Bäume regelmäßig beschnitten. Wir pflegen die Baumscheiben, der Boden wird mit effektiven Mikroorganismen (EM´s) und Urgesteinsmehl versetzt. Das Mulchen haben wir sehr reduziert. Bei diesem Projekt zeigt sich, wie wertvoll es ist, den „SADIM-Gestaltungsprozess“ immer wieder in eine neue Phase zu bringen und Erfahrungen einzuarbeiten für einen neuen Zyklus. Daraus entstand u.a., dass wir „Obstbaumlebensgemeinschaften“ in den Baumscheiben gebildet haben. Nun entstehen sekundäre Erträge aus Kartoffeln und Zwiebeln u.a. unter unseren Obstbäumen.

Seit mehreren Jahren arbeiten wir an der Mühle daran, dass Bienen, Wespen Hummeln und viele andere „Helfer“ bei uns leben und sich mit Beginn der Vegetation an unseren Frühblühern, Büschen und Weiden satt fressen können. Im Jahresverlauf steht ihnen ausreichend Nahrung und Lebensraum (mehr dazu in Projekt – „sozialer Wohnungsbau für unsere Helfer“) zur Verfügung. Die Bäume und Sträucher werden sehr gut befruchtet, die Früchte sind gut ausgeprägt.

Die Bienen und Hummeln sind uns sehr wichtig! Dieses Projekt zeigt den ganzheitlichen Charakter der PK das gesamte Ökosystem zu betrachten, um so zu stabilen und vielschichtigen Erträgen für die Selbstversorgung zu kommen.

Urgesteinsmehl ist ein weiteres Beispiel dafür, den Pflanzen langfristig und kontinuierlich Mineralstoffe zu geben, denn das sind die Mineralien, die später in unserer Nahrung vorhanden sind und unsere Gesunderhaltung fördern.

Die Anwendung der PK im Obstgarten ist ein anschauliches Beispiel dafür, immer den gesamten Kreislauf zu betrachten – Kreislaufdenker zu sein.

 

BIOLOGISCHE DÜNGUNG

 Lebendigkeit fördern, den Boden bereichern

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Bei diesem Projekt vereinen sich besonders viele PKGP, d.h. PKGP1 “Beobachte und Interagiere“, PKGP4 „Lass die Natur regulieren“, PKGP5 „Nutze und schätze erneuerbare Ressourcen und Leistungen“, PKGP10 „Vielfalt“. Ziel ist den LEBENDIGEN BODEN immer weiter zu entwickeln, um angemessene stabile Erträge im Einklang mit der Natur zu erzielen. PKGP5 „Ressourcen“ bewirkt ein Bewusstmachen, welche verfügbaren Ressourcen das Mühlengelände hervorbringt und wie diese immer mehr in den Kreislauf des Gartens rückgeführt werden können, um die Bodenfruchtbarkeit und die Widerstandskraft zu erhöhen.

Zur Düngung und Anreicherung verwenden wir:

  • Pferdemist 

  • Komposterde – siehe Projekt „Kompost“ – aus Laub, Pferdemist, Küchenabfälle, Kaffee …

  • Terra Preta, Bokashi

  • Brennnesseljauche

  • Zwischenfrucht - Gründüngung mit Sommer- und Wintersaaten

  • Mulch aus verschieden Materialien

  • Gelbes Gold

  • Effektive Mikroorganismen

  • Urgesteinsmehl

  • Wurmfarm (geplant)

 

Wir verwenden diese entsprechend dem Bedarf  des Bodens und der Kulturen in den erforderlichen Zyklen.

 

ESSBARER BACHLAUF 

Randzonen nutzen

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2016 wurde im Rahmen einer Renaturierungsmaßnahme unser ehemaliger Bachlauf wieder über unser Grundstück geleitet. So fließt nach 50 Jahren wieder Wasser über unser Mühlengelände. Der ehemalige Mühlenteich wurde zu einem Biotop.

„Nutze Randzonen und schätze das Marginale“ PKGP11 und PKGP7 „Gestalte erst das Muster dann das Detail“ sowie das PKGP1 „Beobachte und Interagiere“ sind bei der Projektgestaltung im Fokus.

Der Bachlauf ist aus permakultureller Sicht eine sehr attraktive Randzone, die unsere Anbaufläche  erweitert. Das Projekt hat 2016 mit der Uferbepflanzung begonnen, wobei der Fokus zunächst auf Futter für die Vogelwelt lag. 2020 begannen wir aus PK-Sicht einen „essbaren Bachlauf“ auf einer Länge von 50 Metern mit schattenfreier Südausrichtung zu gestalten. Der Bachlauf ist Wärmefalle und Bewässerung für die Pflanzen.

Die Böschungen sind in 3 Zonen eingeteilt – 1. bachnah, 2. Hangbereich und 3. Endhang/Krone sowie je Nord- und Südlage, insgesamt 6 Zonen.

Aronia-, Johannis-,  Josterbeeren, Kartoffeln, Tomaten, Kürbis, Schmetterlingsflieder sind in verschiedenen Zonen gepflanzt.  Im Herbst 2021 werden im Hangbereich Terrassen ausgebildet, Beeren und weitere Sträucher mit essbaren Früchten z.B. Felsenbirne gepflanzt. Ziel ist es, auch in dieser Randzone nutzbare Gemüsekulturen anzubauen, die durch den Bachlauf mit Wasser versorgt werden.

Das Projekt „essbarer Bachlauf“ wird auch in den nächsten Jahren ein spannendes Experimentierfeld bleiben, bei dem wir sehr viel Neues ausprobieren möchten.

 

SELBSTVERSORGUNG

macht glücklich und hält gesund - uns jedenfalls

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Selbstversorgung mit den besten und inhaltsreichsten Nahrungsmitteln ist aktive Gesunderhaltung und Lebensqualität. Das ist unsere Motivation! Wir bauen gezielt Kulturen an, die das Immunsystem stärken, Zellen schützen, den Alterungsprozess verlangsamen, die Gefäße jung erhalten und die Aktivität des Gehirns verbessern. Die gärtnerischen Prinzipien der PK geben dafür die Grundlage und sind „echte lebensfördernde Nachhaltigkeit“ (D.Holmgren). Der Konsum wird reduziert, wenn die gesamte Kette von der Saatgutgewinnung bis auf den Teller und der Konservierung umgesetzt wird. 

Aus sozialer Sicht sind die Erträge aus der Selbstversorgung und das äußere Bild unseres Permagartens der Weg, um mit Menschen zu den Themen PK und Selbstversorgung ins Gespräch zu kommen. 

Selbstversorgung bedeutet auch Abfall zu vermeiden, sekundäre Erträge zu nutzen,  Energieverbrauch  und Kosten zu senken, mit eigenem Holz zu heizen, autarker zu werden. 

Einfach, natürlich und nachhaltig zu leben ist seit 2018 unsere Ausrichtung. Das macht unabhängig in Zeiten von Corona und permanenten Veränderungen, die viele Menschen in Angst und Unsicherheit bringen.  

D. Holmgren beschreibt den Menschen der sich selbst versorgt als einen „zum eigenen Auftrag arbeitenden Selbstversorger der in einem Wirtschaftszusammenhang lebt, welcher aus seiner eigenen Produktivität heraus wächst. Dieser beständige Lernmodus ist wie ein beschleunigter Forschungs– und Entwicklungsprozess, in dem ein laufender Schatz an integriertem Wissen entsteht.“  Super! Noch Fragen?

Das Ziel dieses Projektes ist es, die Selbstversorgung immer weiter zu entwickeln, Wissen aufzubauen, uns 2021 zu 40 % selbst zu versorgen und dies in den kommenden Jahren weiter zu erhöhen.

 

ERTRÄGE

Wie weit sind wir Selbstversorger?

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Permatulturgestaltungsprinzip 2 (PKGP2) „Erziele eine Ernte“ zeigt u.a., dass wir die Selbstversorgung daran messen „wie oft wir noch zum Supermarkt fahren“. Konsum zu reduzieren motiviert, wenn die Einsparung real gemessen werden kann. Wir produzieren über 50 verschiedene Lebensmittel. Das Projekt ist so designt, dass alle erzeugten Nahrungsmittel ab April des Jahres über 12 Monate gemessen werden. Hinzu kommen Erträge durch Tausch und Verkauf.

Das Ziel dieses Projektes ist es, die Selbstversorgung von derzeit ca. 40 % in den kommenden Jahren weiter zu erhöhen.

Das Projekt beinhaltet neben der Messbarkeit der Ernteerträge auch die Konservierung, neue Anbauflächen zu kultivieren (z.B. „essbarer Bachlauf“, neues Heubeet), vermehrter Anbau von Wintergemüse und die Ausdehnung der Vegetationszeit durch die Nutzung von Permakulturgestaltungen auf dem Mühlengelände. Da gibt es noch viel Potential.

 

WANDEL

gesellschaftlich aktiv werden

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Baum pflanzen

Die PK ist für uns zu einem Werkzeug geworden, um unsere Philosophie „einfach- natürlich- nachhaltig“ zu leben. Unsere Zeit hat große Herausforderungen durch die Globalisierung und die Klimakrise. Viele junge Menschen suchen nach Lösungen für ihre Zukunft.

PK fordert heraus konkret bei sich selbst anzufangen und das kann jeder! Das ist unser Weg gegen „ich kann sowieso nichts machen“ und „die da oben-Mentalität“ bzw. Ohnmacht.

PKGP12 „Nutze Veränderungen und reagiere kreativ darauf“ zeigt Wege zu einer Nachhaltigkeitskultur auf, in der Stabilität, Flexibilität und persönlicher Wandel zu einem selbst bestimmten und selbst verantwortlichen Lebensstil führt. Wir haben dieses PKGP12 als Grundlage für dieses Projekt gewählt.

Seit 2016 unterstützen wir ein Hilfsprojekt „Bring Licht nach Aleppo“, sammeln Gelder und machen auf die Situation aufmerksam.

Wir waren 9 Jahre sehr intensiv mit dem Aufbau der Mühle beschäftigt. Ab Juli 2021 haben wir mehr zeitliche Möglichkeiten. Wir wollen gesellschaftlich aktiver werden „global denken und lokal handeln“ (D. Holmgren).

Wie kann dies konkret aussehen? Dazu haben wir dieses Projekt begonnen. Wir lesen und informieren uns und regen zum Austausch an. Weitere Ideen sind: Fridays for Future unterstützen, PK-Kurse & PK-Camp an der Mühle durchführen, Schulprojekt anregen, Stipendium vergeben, Netzwerk aufbauen...und sowieso - wählen gehen.

 

OBSTKISTE

Wie Obst unsere Gemeinschaft fördert

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Obstkiste ist ein Projekt der sozialen PK und beinhaltet fair gehandeltes Obst und Gemüse von einer Kooperative in Südspanien aufzukaufen, es solidarisch in unserem Umfeld zu verteilen und eine lokale Gemeinschaft aufzubauen. Die spanische Kooperative vermarktet Obst und Gemüse von Kleinbauern, welches biologisch angebaut wird, jedoch den Anforderungen der Großmärkte nicht genügt.

PKGP8 „Integriere mehr als du trennst“ und die Anwendung des SADIM-Prozesses sind die Designgrundlage in diesem Projekt.

Von November 2020 bis Mai 2021 versorgten wir uns ausschließlich durch „Obstkiste“ mit bestem Obst und Olivenöl. Monatlich erfolgte die eigene Abholung der Bestellung für die lokal gegründete Gemeinschaft. Die Verteilung war eine Möglichkeit zur Begegnung und zum Austausch. „Obstkiste“ ist aufgrund der sehr guten Obstqualität ein großer Erfolg. In 6 Zyklen veränderten wir das Projektdesign.

Für uns war es eine wichtige Erfahrung die PK-Gestaltungsprinzipien im sozialen Kontext umzusetzen. Der persönliche Bezug zu den Nahrungsmitteln und das Bewusstsein über Qualität und Herkunft verändern sich. Im Herbst wird „Obstkiste“ die Gemeinschaft wieder mit wertvoller Nahrung versorgen und die Kleinbauern unterstützen.

BEZIEHUNGSGARTEN

Der Wert des Zusammenlebens

 
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Das Projekt „Beziehungsgarten“ macht bewusst, dass es wertvoll ist seine Beziehungen wie einen Garten zu sehen, der gepflegt wird und sich permanent verändert.

„Gestalte erst das Muster, dann die Details“ PKGP7, „Integriere eher als du trennst“ PKGP8 und der SADIM-Prozess sind die Gestaltungsgrundlage dieses sozialen Projekts der PK.

Die Basis ist Holmgrens Zonierungsmodell, welches auf die Beziehungen in unserem Umfeld anwendet wird. Beziehungen werden in 5 Zonen und in jeder Zone in Sektoren eingeteilt. Was eher spielerisch-pragmatisch begann, wurde im Projektverlauf sehr aufschlussreich. Aus der Beobachtung und Analyse der Beziehungen wurden konkrete Konsequenzen und Handlungen abgeleitet. In der Realität bedeutet dies, sich sehr bewusst um persönlich wichtige Beziehungen zu kümmern, diese neu zu bewerten oder andere aufzulösen.

Die Familie hat durch das Projekt enorm an Bedeutung gewonnen. Der Integration von Menschen, die neu in die Gemeinschaft hier eintreten wird große Aufmerksamkeit gewidmet. Gastgeber sein für die Menschen, die an der Neuen Mühle Urlaub machen, hat einen höheren Stellenwert bekommen.

Neben „Kreislaufdenken“ und „Diversität“ wurden „Beziehungen“ zum dritten Entwicklungsfeld, um das Leben an der Neuen Mühle zu gestalten.

THE BIG FIVE

Wasser, Strom, Müll, Heizkosten und € sparen

 
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Fabrik

Selbstversorgung, Autarkie und Kostenreduzierung sind Wege unsere Vision „einfach – natürlich – nachhaltig“ zu leben.  Das PKGP6 „Vermeide Abfall“ ist u.a. die Grundlage unsere „BIG FIVE“ - Müll, Wasser, Strom, € und Heizkosten zu reduzieren. Das Design beinhaltet viele Lebensbereiche in welchen wir:

  • Verzichten – Konsum, Neuanschaffungen in Frage stellen, Onlineshopping…

  • Reduzieren – Wasserspareinrichtungen, Beleuchtung, Autofahren, Kühlung…

  • Recyceln - Baustoffe

  • Reparieren – Kleingeräte, Werkzeuge…

  • Wiederverwenden – Möbelaufarbeitung, Haushaltsgeräte, Maschinen, Werkzeuge…

  • Instandhalten – Werkzeuge, elektrische Geräte, Fahrzeuge, Maschinen,…

  • in Kreisläufen denken – Bioabfallverwendung,…

 

Das Projekt bewirkt ein Umdenken, entwickelt mehr Flexibilität und Kreativität, spart Ressourcen und Kosten. 

Das Denken in Prozessen und Projekten sowie die Anwendung der Permakulturgestaltungsprinzipien (PKGP) werden so im Alltag gelebt. 

 

GEMÜSEINSEL

alternative Wege unterstützen

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Die solidarische Landwirtschaft (Solawi) „Gemüseinsel“ (www.solawi-gemueseinsel.de) wurde von Tim und Leon im September 2020 als erstes Projekt in dieser Region gegründet. Ihre Philosophie: „Wir bauen Bio-Gemüse nach Anbaumethoden an, die dem Klimaschutz und dem Erhalt der Biodiversität und der Bodenfruchtbarkeit dienen“. Die Anbaumethode entspricht dem „Marketgardeningkonzept“, mit dem die beiden ihre Existenz aufbauen. Im Rahmen eines „ecocrowd- Projektes“ zur Erstfinanzierung erhielten sie von uns eine Unterstützung.

Unser soziales Permakulturprojekt „Gemüseinsel- alternative Wege unterstützen“ ist entstanden, um das Konzept dieser Solawi weiterhin zu fördern. Das bedeutet z.B. Werbung zu machen, angebotene Kurse zum Bioanbau zu besuchen oder aktiv im Garten mit anzupacken.

Mit den sozialen PK-Projekten „Gemüseinsel“, „Obstkiste“ und „Beziehungsgarten“ möchten wir in der Region ein Netzwerk aufbauen, welches neue Wege im Konsum geht, so wie es dem dritten ethischen Prinzip der PK „Begrenze Konsum und Wachstum, verteile Überschüsse“ entspricht.

 

MÜHLENFASSADE SANIEREN

Ein Projekt der baulichen Permakultur

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Seit 9 Jahren sanieren wir als Generalisten das Mühlegebäude mit natürlichen und alten Baustoffen. Die Sanierung der Mühlenfassade war unser letztes Großprojekt in Eigenleistung, welches ab Februar 2021 begann. Die Komplexität einer Fachwerkfassadensanierung ist enorm, schwer überschaubar und kalkulierbar. Allein 7 verschiedene Gewerke sind baulich und zeitlich abzustimmen und unvorhergesehene „Überraschungen“ müssen aktuell entschieden werden. Bei alledem ist die wesentliche Herausforderung den finanziellen Rahmen einzuhalten.

Dieses Projekt wurde mit Hilfe des ein SADIM-Prozesses geplant und abgewickelt. Dazu wurde ein detaillierter Arbeits- und Bauzeitplan aufgestellt, der sich über 10 Wochen erstreckte. PK im ökologischen Bauen anzuwenden war die gestalterische Herausforderung. Der Planungsaufwand hat sich gelohnt, denn trotz Problemen mit Helfern und ungünstiger Witterung wurde die Sanierung der Fassade fristgerecht umgesetzt. Dabei gab es Entscheidungen bei denen vor allem das PKGP5 „Nutze und schätze erneuerbare Ressourcen und Leistungen“ zur Anwendung kam, um alte Bestandsbaustoffe bei Bekannten anzufragen und diese dann sogar geschenkt zu bekommen, eigene Bestandsmaterialien zu verwenden oder Werkzeuge zu leihen.

 

ZUSÄTZLICHE ERTRÄGE

Die Fülle der Natur erkennen

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Ein bewusstes Leben im Einklang mit der Natur ist wesentlich für uns. Deshalb nutzen wir die Ressourcen auf dem Mühlengelände verantwortungsbewusst. 

„Beobachte und interagiere“ PKGK1 ist die Voraussetzung, um die natürlichen Zusammenhänge zu erkennen. PKGP1 und PKGP5 „Nutze und schätze erneuerbare Ressourcen und Leistungen“ sind bei diesem Projekt der Fokus.

Ökodienstleistungen, die ohne unser Zutun entstehen, werden erkannt und als zusätzliche Erträge genutzt. Beispiele dafür sind: 

  • Grasschnitt wird als Mulch und zur Gründüngung eingesetzt

  • Kopfweiden- und Heckenschnitt wird zu Mulch gehäckselt

  • Beikraut verbleibt zur Gründüngung auf den Beeten

  • Holz aus der Bachunterhaltung wird als Baumaterial für Rankgerüste u.a. genutzt

  • Holunder wird als Superfood verarbeitet

  • Hainbuchensetzlinge wurden als Windschutzhecke gepflanzt

  • Johannisbeer-, Eichen- und Hainbuchensetzlinge dienen für Neupflanzungen

  • Holzreste werden in Totholzhaufen aufgeschichtet oder in einer Totholzhecke eingebaut

  • "Grünzeug" aus der Bachbewirtschaftung wird zu Kompost

  • Wild wachsende Kräuter werden zu gesunden Salaten oder Pesto verarbeitet

  • Saatgut gewinnen wir selber

 

Diese wertvollen Ressourcen wurden vor dem Projekt kaum genutzt. Ergänzend entsteht neues Wissen um Kreislaufdenken und Multifunktionalität.

 

SOZIALER WOHNUNGSBAU

für unsere Helfer - Biodiversität fördern

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Biodiversität zu fördern und zu erhalten ist bei der Gestaltung und der Ausrichtung der Neuen Mühle ganz wesentlich. 

PKGP10 „Nutze und schätze Vielfalt“ und PKGP7 „Gestalte erst das Muster dann die Details“ sind die Gestaltungsgrundlagen bei diesem Projekt. Das Mühlengelände wurde wie bei Holmgren beschrieben in 6 Zonen eingeteilt. Daraus leiten sich verschiedene Formen der Bewirtschaftung ab. U.a. entstand daraus die Festlegung der Flächen für die Zone 5 „Wildnis“ als Rückzugs- /Ruhezone für die Tier- und Pflanzenwelt. 

Um die Diversität der Tierwelt zu unterstützen werden in dem Projekt Brut- und Lebensräume geschaffen. Bisher entstanden:

  • 20 große Totholzstämme mit einem Durchmesser von 60cm bis zu 80cm, 5 Bruthöhlen, 13 Nistkästen, 2 Steinhaufen, 8 Totholzhaufen 

  • 2 Futterhäuschen für Vögel

  • 5 „Überwinterungshöhlen“ (ausgediente Mörtel- und Pflanzkübel) für Igel …

  • um Fledermäuse anzusiedeln 2 Schlafkästen im Gelände und in der Spitze des Westgiebels der Mühle entstand ein großer „Schlafraum“. (Im Juni 2021 zogen die neuen Gäste ein!)

Ab Februar bis zum Winter finden die Insekten ausreichend Nahrung durch Frühblüher, die Weiden und den Staudenberg.

 

HEILPFLANZEN AN DER MÜHLE

Holunder 2021

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In jedem Jahr steht eine Pflanze, die auf dem Mühlengelände wächst im Fokus der Selbstversorgung. Das Projekt „Heilpflanzen an der Mühle“ hat zum Inhalt, Wissen zur Verwendung, Historie, medizinischen Anwendung, Teeherstellung und Konservierung dieser Heilpflanze zu erhalten.

Holunder ist Superfood, Heilpflanze und Nahrung für die Insekten. Er ist Kulturgut und in Volksbräuchen wird die Schutzkraft des Holunders und die Verbundenheit mit den Menschen gezeigt. Holunder wächst auf dem Mühlengelände an vielen Stellen, gedeiht prächtig, braucht kaum Pflege und gibt uns vielfältige Erträge. "Die Beeren stärken das Immunsystem, enthalten Flavonoide, Anthocyanglykose, Bitterstoffe und Vitamine. Wir alle kennen Frau Holle als Urbild der Weisen und gutmütigen Mutter."(Informationen aus „artgerecht" 1/2020)

Im Juni ernteten wir die Blüten für Tee, Sirup und Holunderaroma in unserer Marmelade. 

Neben Hagebutte und Aronia sind die reifen Holunderbeeren das werthaltigste einheimische Superfood aufgrund des sehr hohen Antioxidantienwertes und des Vitamingehalts.

So sind im Herbst 13 Liter Holunderdirektsaft als gesunder Wintervorrat entstanden.

 

PFLANZENKOHLE

unser Holz zu Langzeitdünger wandeln

Holunder ist Superfood, Heilpflanze und Kulturgut. Er wächst auf dem Mühlengelände an vielen Stellen, gedeiht prächtig, braucht kaum Pflege und gibt uns vielfältige Erträge.  

In jedem Jahr steht eine Pflanze, die auf dem Mühlengelände wächst, ganz besonders im Fokus für unsere Selbstversorgung. Daraus entsteht Wissen zur Verwendung, Teeherstellung, Konservierung, Historie und vielfältigsten Nutzung dieser Heilpflanze.

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Damit beginnen wir im Herbst 2021

 

AUTARKIE

eigenes Holz, eigenes Wasser, Photovoltaik

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Autarker werden ist eines unserer nächsten Ziele bei der Umsetzung der PK. 

Gegenwärtig erstellen wir die erste Stufe des „SADIM“-Prozesses, die Notwendigkeit, die Machbarkeit sowie die Kosten und informieren uns über Brunnenbau und technische Lösungen einer Photovoltaikanlage. 

Im Frühjahr 2022 werden wir damit beginnen.

 

Nach 9 Jahren haben wir im Mai 2021 die Mühle in Eigenleistung fertig saniert. Es ist für uns ein ganz kraftvoller Ort geworden und wir sind zutiefst dankbar dafür, dass wir hier leben dürfen. In diesen Jahren haben wir unseren Lebensstil gefunden – einfach, natürlich und nachhaltig zu leben. Auf diesem Weg fanden wir zur Permakultur (PK). 

Permakultur (PK)

(Definition wikipedia) ist abgeleitet von „permanent (agri)culture“ „dauerhafte Landwirtschaft“ oder „dauerhafte Kultivierung“ und ist ursprünglich ein nachhaltiges Konzept für Landwirtschaft und Gartenbau, das darauf basiert, natürliche Ökosysteme und Kreisläufe in der Natur genau zu beobachten und nachzuahmen. Das Konzept entwarf in den 1970er Jahren der Australier Bill Mollison zusammen mit seinem Schüler David Holmgren. Die PK entwickelte sich immer weiter. Sie ist ein praxisnahes Gestaltungsprinzip und Systemdenken, welches in vielen gesellschaftlichen und sozialen Bereichen zur Anwendung kommt, mit dem Ziel eine nachhaltige Kultur und Lebensweise zu gestalten.

 

Ethische Grundlagen der PK

Die 3 Ethikprinzipien der PK – Sorge für die Erde, 2. Sorge für die Menschen, 3. reduziere Konsum und teile Überschüsse entsprechen unseren christlichen und franziskanisch geprägten Lebensgrundsätzen. Mit den 12 Gestaltungsprinzipien der PK haben wir ein Werkzeug gefunden, unsere Lebensgrundsätze konkret umzusetzen und mit Struktur weiter zu entwickeln. 

Dies erfolgt derzeit in 20 sozialen, baulichen und gärtnerischen Projekten.

Schwerpunkte sind dabei

  • Selbstversorgung und autarker werden 

  • Gemeinschaft an der Mühle entwickeln

  • Ressourcen dieses Ortes im Einklang mit der Natur nutzen

  • Biodiversität fördern

  • Kreislaufdenken entwickeln

  • Müll, Wasser und Energieverbrauch senken

  • Konsum und die Kosten reduzieren 

  • aktiv etwas gegen den Klimawandel tun

 

Dies ist nicht romantisch, sondern bedeutet real auch sehr viel körperliche Arbeit.

Wir lassen uns gern darauf ein, um das für uns Wesentliche zu tun – uns und unsere Umwelt gesund zu erhalten, indem wir uns vegetarisch selbst versorgen mit den besten Pflanzen, die die wertvollsten Inhaltsstoffe enthalten. Die Basis dafür ist lebendiger Boden, den wir seit einigen Jahren aufgebaut haben. So werden unsere Lebensmittel unsere Heilmittel.

 

Wir stellen unsere 20 Projekte vor und erläutern, wie wir die PK an der Neuen Mühle konkret umgesetzt haben. 

Gezeigt wird, welche der 12 Permakulturgestaltungsprinzipien (im folgenden PKGP) für das jeweilige Projekt zur Anwendung kommen.

 

Die 12 PK - Gestaltungsprinzipien (PKGP)

 

aus Permakultur, David Holmgren, 2. Auflage 2018, Drachenverlag, weitere Infos unter www.permakultur.de

 

  1. Beobachte und Interagiere (PKGP1) 

  2. Fange Energie ein und bewahre sie

  3. Erziele eine Ernte

  4. Lass die Natur regulieren und lerne aus Feedback

  5. Nutze und schätze erneuerbare Ressourcen und Leistungen

  6. Erzeuge keinen Abfall

  7. Gestalte erst das Muster, dann die Details

  8. Integriere eher, als du trennst

  9. Nutze kleine und langsame Lösungen

  10. Nutze und schätze Vielfalt

  11. Nutze Randzonen und schätze das Marginale

  12. Nutze Veränderung und reagiere kreativ darauf

 

Die Design-Thinking-Richtlinen (Erklärung s.u.) sind ebenfalls in die Projektdesigns eingeflossen, werden aber nicht explizit erwähnt. 

 

Holmgren beschreibt in dem PKGK1 die 10 Design-Thinking-Richtlinien, welche als Maxime konkrete Richtlinien für das Gestalten geben.  (Inhalt aus D. Holmgren, Permakultur)

  • Alles wirkt in 2 Richtungen

  • Alle Beobachtungen sind relativ

  • Von oben denken von unten lenken

  • Die Landschaft ist das Lehrbuch

  • Fehler sind nützlich, wenn wir daraus lernen

  • Lösungen sind einfach, manchmal sogar unsichtbar

  • Beschränke Eingriffe auf ein Minimum

  • Vermeide zu viel des Guten

  • Das Problem ist die Lösung

  • Erkenne und meide gestalterische Sackgassen

 

Unsere Projekte basieren auf einem einfachen, aber wissenschaftlich fundiertem Entwicklungs- und Umsetzungsprozess, dem SADIM-Prozess. (Erklärung s.u.) Dazu gibt es jeweils umfangreiche Unterlagen. 

 

SADIM-Prozess

 

Unsere vorgestellten Projekte basieren auf einem einfachen, aber wissenschaftlich fundiertem Entwicklungs- und Umsetzungsprozess, dem SADIM-Prozess. 

PK bedeutet vor allem Beobachtung, Aneignung von Wissen und Planung, gefolgt von umsetzen, ausprobieren, anpassen, verwerfen und neu denken.

SADIM bedeutet einen 5-stufigen Entwicklungsprozess:

 

S – Survey, verschaffe dir einen Überblick, beobachte, mach dir klar was du eigentlich machen möchtest, recherchiere im Netz, hole Angebote ein … 

A – Analyse, bring alles zusammen an Wissen, Informationen von anderen, deinem Garten, Gelände...

D – Design, lege die Umsetzung fest – Wie, was, wann, wo …

I – Implementation, tu es! Setze es konkret um.

M – Maintenance, überprüfe dein Projekt, mach Erfahrungen, beobachte und ziehe Rückschlüsse für die weitere Gestaltung.